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Karl Steinbuch

Karl Steinbuch ist einer der Begründer der Informatik in Deutschland [4] und gilt mit seiner Lernmatrix als Vater der künstlichen Neuronalen Netze und damit als Begründer der Disziplin, die Carver Mead als Neuromorphic Engineering bezeichnet hat. Schon um 1970 hat er das Multimedia-Zeitalter vorhergesagt, auch unter Hinweis auf Techniken zur Ermöglichung des   WWW (World-Wide Web) [5]. Erst am 3. August 1984 erhielt Werner Zorn sr. Zeit an der Universität Karlsruhe per zorn@germany die erste transatlantische E-mail. Steinbuch gilt auch als Pionier der Kybernetik-Bewegung in den 60ern, die zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geriet [1 ] und derzeit ihre längst überfällige Wiederbelebung erfährt (vgl. Cyber-physical systems [2]. Organic Computing und Transdisciplinary Design and Process). Karl Steinbuch, meinem Doktorvater und ehemaligem Chef, habe ich viel zu verdanken. Steinbuch hat wesentlich zu meiner Prägung beigetragen. Dies gilt auch für schätzungsweise fast 50 Professoren, die aus Steinbuch's Umgebung hervorgegangen sind. Noch heute genießt das von ihm gegründete Institut* am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bzw. der TU Karlsruhe höchstes Ranking.

Reiner Hartenstein - http://hartenstein.de
*) Institut für Technik der Informationsverarbeitung  (ITIV)

[3] Jianhua Shi, Jiafu Wan, Hehua Yan, Hui Suo: A Survey of Cyber-Physical Systems; WCSP 2011, Nanjing, China, Nov 9-11, 2011

 



Es ist nicht genug, daß man etwas erfindet, man muß auch merken, daß man etwas erfunden hat.
Karl Steinbuch
(click here )

 
Prof. Karl Steinbuch 1968, Univ. Karlsruhe
* 15. Juni 1917 in Stuttgart-Cannstatt;
† 4. Juni 2005 in Ettlingen  
siehe Nachruf

Links:
Biographie | Bestell-Flyer | Verlag
Karl Steinbuch in Wikipedia. deutsch
Karl Steinbuch in Wikipedia, englisch
Karl Steinbuch - Informatiker der ersten Stunde
Rektor der Uni KA: Rückblick und Perspektiven
[4] Die Wiege der Informatik steht in der Fächerstadt
Auch der Name des Fachs stammt von  Steinbuch
Steinbuch prophezeiht 1966 das Mulimedia-Zeitalter
Karl-Steinbuch-Stipendium
 

Prof. Gemmeke mit erstem eur. Neurocomputer, entwickelt 1968 unter Steinbuch in Karlsruhe .


Steinbuch-based DARPA project

HNC Software Inc. of San Diego will spend DARPA seed money to develop cortronic neural networks conceived by its chief scientist Robert  Hecht-Nielsen.
 
Hecht-Nielsen said the research could revolutionize understanding of the human brain and improve artificial intelligence techniques. “We think we have got the universal computing process,” he said.
 
Hecht-Nielsen said he is building on the work of Karl Steinbuch, For more details see here.

 

 

Karl Steinbuch

hat schon in den 60er Jahren vor dem Niedergang Deutschlands gewarnt und die "Unfähigkeit unserer Gesellschaft" beklagt. Seine Bestseller "Falsch programmiert" und "Programm 2000" (gegen Ende der 60er Jahre) wurden rasch vergessen. Steinbuch sah schon damals, dass wir unsere Zukunft verschlafen, und hat Deutschlands international schwindende Wettbewerbsfähigkeit schon damals recht präzise vorhergesagt. (Die seit Einführung der Währungsunion anscheinend gute Lage ist vorübergehend und steht wie der EURO auf schwachen Füßen.) Wir wurden wirklich rechtzeitig gewarnt, immer wieder, auch durch spätere Bestseller. Jedoch die Politik hat nicht hingehoert. Ist der deutsche Michel jetzt endlich bereit, zuzuhoeren? Koennen wir wieder Hoffnung haben ?

Steinbuch ist Erfinder des ersten brauchbaren kuenstlichen neuronalen Netzes der Welt: der Lernmatrix. Steinbuch hatte schon Mitte der 50er Jahre Patente darauf. Anfangs der 60er Jahre verdammte der einflußreiche MIT-Professor Marvin Minsky die damals in den USA bekannten Ansätze zu  neuronalen Netzen "wegen Unbrauchbarkeit", was die Förderquellen  für Forschung zu diesem Thema fast 2 Jahrzehnte lang weltweit versiegen ließ (McKinsey mit 2 Höckern, slide 6-9 here). Aber die Lernmatrix hatte bereits all die von Minsky geforderten Eigenschaften. Doch Patente und Fachliteratur von außerhalb der USA kannte Minsky wohl nicht - wie in den USA meist usus. Steinbuch wurde zu Unrecht vergessen, meint Prof. Wolfgang Hilberg von der TU Darmstadt in einem 1995 erschienenen Aufsatz** ueber die Geschichte der Lernmatrix, sowie in seinem jüngsten Buch*.

Bereits 1966 prophezeihte Karl Steinbuch die Verdrängung der Analog- durch die Digitaltechnik, das Zusammenwachsen von Telefon- und Rechnernetzen, das "smart handy" (wie es heute heißt), die Verschmelzung von Unterhaltungselektronik und Datenverarbeitung in den Endgeräten, kurz: das Multimedia-Zeitalter. [ siehe:  ] (vom lookKIT Magazin )

Steinbuch gründete 1958 das Institut für Nachrichtenverarbeitung (heute: ITIV) der Universität Karlsruhe. Der Begriff "Informatik" wurde von Steinbuch geprägt und geht auf eine Veröffentlichung Karl Steinbuchs im Jahre 1957 zurueck (Karl Seinbuch: "Informatik: Automatische Informations-verarbeitung"). Er lehrte in Karlsruhe Informatik bereits mehr als 10 Jahre bevor in Deutschland die erste Fakultät für Informatik gegündet wurde (ebenfalls in Karlsruhe) [ siehe:  ] (vom lookKIT Magazin ).


*) W. Hilberg: Große Herausforderungen in der Informationstechnik - Vom Abenteur der Forschung; 384 S., ISBN. 3-928161-05-9
**) W. Hilberg: Karl Steinbuch, ein zu Unrecht vergessener Pionier der künstlichen neuronalen Systeme.  Frequenz 49 (1995) 1-2, S. 28-36  -  (pdf)
© copyright 1999, 2005, 2012, 214, Reiner Hartenstein

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Bücher von Karl Steinbuch   Buecher von Karl Steinbuch Neue Deutsche Biographie Karl Steinbuch - Informatiker der ersten Stunde Nachlass von Karl Steinbuch Klaus Biener über Karl Steinbuch - Informatiker der ersten Stunde Deutsches Museum über Philipp Aumann Rezension von P. Aumann: Kybernetik - Mode und Methode kybernetiknet Gesellschaft für Kybernetik Amarican Society for Cybernetics Humboldt-Universität cms-journal: Bedeutende Naturwissenschaftler und Erfinder x


Memistor gegen Memristor: warum zwei so ähnliche Worte?

Im Jahr 1971 hat der Berkeley-Professor Leon Chua gefordert, dass es neben Widerstand, Spule und Kondensator ein viertes passives Bauelement geben muss. Im Formelraum zwischen Strom, Spannung, Ladung und magnetischen Fluss fehle ein passives Element, das Ladung und magnetischen Fluss verbindet. Chua hat es als Memristor bezeichnet (mit "r" hinter Mem). Die 1962 von Prof. Bernhard Widrow (Stanford) gegründete Firma Memistor Corp. (ohne "r" hinter Mem) erwähnt Prof. Chua nicht in seinem Papier von 1971:Chua, L.O.; "Memristor-the missing circuit element," IEEE Transactions on Circuit Theory, Sept. 1971, vol. ct-18, (no. 5): 507-519. Ein solches Bauelement "mit Widerstands-Gedächtnis" hat Steinbuch zuerst gefordert (1961), wenngleich er es nicht direkt in Leon Chua's "Formelraum" eingeordnet hat.


Ehrungen:

nach Karl  Steinbuch benannte Programme und Institute

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youtube Verleihungs-Zeremonie-Video

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weitere Ehrungen:
(s. a. Nachlass)

Wilhelm-Bölsche-Medaille in Gold
Deutscher Sachbuchpreis

Verdienstmedaille des Land Baden-Württemberg

Konrad-Adenauer-Preis für Wissenschaft
Jakob Fugger-Medaille

Gold-Medaille XXI. Int'len Kongress für Luft- und Raumfahrtmedizin

    

Computer Structures Group
Department of Computer Science
University of Kaiserslautern